Mittwoch, 14. Dezember 2016

Sports Days und Ferienbeginn

Es ist in letzter Zeit so viel passiert und endlich schaffe ich es mal wieder, etwas zu schreiben. 

Am 9. Dezember haben hier offiziell die Sommerferien begonnen. Jedoch war es bereits einige Wochen vor Ferienstart ziemlich leer in den Schulen. Sobald die Examen am Ende eines Quartals geschrieben wurden, bezahlen die Eltern den Transport für ihre Kinder nicht mehr. So sind die leeren Klassenräume an den beiden Schulen im Parkside Township zu erklären. Bei der Floradale, an der ich arbeite, wohnen die Kinder alle direkt im Township Nompumelelo, wo sich auch die Schule befindet. Die Kinder benötigen keinen Transport für den Schulweg, weil sie zu Fuß kommen. Nichtsdestotrotz war auch diese Schule einige Tage vor Ferienbeginn bereits wie ausgestorben. 

Mit allen Freiwilligen haben wir an jeder Schule einen sports day organisiert. Anfangs hatten wir etwas Bedenken, ob überhaupt noch Schüler kommen. Diese waren jedoch unbegründet; bei Sport sind alle dabei!Außerdem spricht sich so ein sports day schnell herum und es kamen einige Kinder zusammen.
Der erste Tag war an der Parkside, wo wir vor verschlossenen Klassenräumen standen. Ein paar Kinder haben mitbekommen, dass wir angefangen haben, unsere Stationen aufzubauen und nach einiger Zeit waren knapp 30 Kinder aus der Umgebung da. Ob Dosenwerfen, Kartoffellauf, Torwandschießen, Tauziehen oder auf der Slackline balancieren - für jeden war etwas dabei!


Dosenwerfen an der Parkside

Der nächste Tag war an unserer Floradale. Wir nutzten das Community Field, wodurch fast 50 Kinder von unserer Aktion erfahren haben. Die Kids hatten einen sportlichen Vormittag und eine Menge Spaß. Grade R oder Grade 7, alle waren sie auf dem Field verteilt.

Kartoffellauf an der Floradale

An der Barnes haben wir zu Beginn eine halbe Stunde gewartet, doch es kamen einfach keine Kinder. Plötzlich strömten circa 100 Kinder, ganz unerwartet, auf das Sportfeld. Mr. Gamiet, der Schulleiter, der Barnes, hatte dem schuleigenem Fahrer Bescheid gesagt, dass er durch das Township fahren und Kinder einsammeln solle. Eine fantastische Aktion! Nicht nur die Kinder, sondern auch wir, kamen sportlich und spielerisch auf unsere Kosten. Ich weiß nicht, wie oft ich „Ready-Steady-Go!“ beim Kartoffellauf gesagt habe, doch es war immer wieder schön zu sehen, wie viel Spaß die Kinder dabei hatten.

Im Kinderheim, beim Glen Stella Campus, haben wir Mädels noch ein einwöchiges Ferienprogramm durchgeführt. Nicht alle Kinder können über die Ferien zurück in die Familien gehen, weswegen einige die freie Zeit auf dem Glen Stella Campus verbringen müssen.
Nachdem der erste sportliche Tag vorbei war, wurden am zweiten Tag fleißig Kartoffelstempel gemacht, auch wenn die blaue Farbe nicht immer auf dem Papier landete. Mit 40 Kindern Kartoffelstempel zu machen ist schon eine Herausforderung und da kann es schon mal vorkommen, dass auch ein Spielzeugauto blau angemalt wird.
Außerdem haben wir mit den Kindern Salzteig hergestellt, zu Kugeln geformt und angemalt, sodass letztendlich bunte Armbänder entstanden sind. Das Facepainting an einem anderen Tag war auch ein Highlight. Ich habe viele kleine Spidermans, Batmans & Hello Kitties gemalt und hatte schon fast vergessen, wie gerne ich doch male. Auch das Kekse backen und verzieren mit Weihnachtsmusik war ein riesen Spaß. Ich dachte schon, ich wäre letztes Jahr nicht in Weihnachtsstimmung gewesen, doch dieses Jahr, bei 28 Grad, bin ich es definitiv nicht!
Das Ferienprogramm sollte mit einem Beach Day abgeschlossen werden, was jedoch an der Kommunikation mit dem Office scheiterte. Uns wurde leider kein Transport bereitgestellt, weswegen wir etwas enttäuscht waren.


Zwischenseminar in Hogsback

So, aber nun genug von dem Ferienprogramm!
Morgen geht’s los auf den Roadtrip nach Kapstadt, entlang der Garden Route. Nach gut drei Wochen werde ich erste wieder in East London sein, bis dahin, fröhliche Weihnachten und ein gesundes neues Jahr 2017!

Freitag, 4. November 2016

Neues Triathlonprojekt

Tim und ich starten das Triathlonprojekt nächste Woche neu. Das bereits laufende Projekt besteht überwiegend aus Triathleten, die demnächst ihren Schulabschluss machen und deswegen fangen wir mit jüngeren Schülern nochmal von vorne an. Außerdem bestand unsere Hauptaufgabe bei dem alten Projekt darin, alle abzuholen, zum Training zu fahren und dann jeden nach Hause zu bringen. Das haben wir uns jetzt zwei Monate angeguckt und fest steht, so geht das nicht weiter. Wir wollen schließlich selber Training geben und genau damit fangen wir ab Montag an. 
Das Projekt findet in Kooperation mit der A.W Barnes Primary School statt, an der Tobi und Vivi den Sportunterricht geben. Momentan findet der Sportunterricht der Barnes nicht auf dem Field, sondern im Pool statt. Somit konnten die beiden uns schon ein paar Namen von Schülern nennen, die gut schwimmen. Aufgrund des vielen Regens und des kalten Wetters letzte Woche konnte nicht jede Klasse schwimmen gehen, aber immerhin haben wir jetzt schon vier Namen von Kindern, die relativ gut schwimmen.
Gestern hatten wir dann mit dem Schulleiter, Mr. Gamid, ein weiteres Meeting. Zuvor hatte er uns bereits seine Unterstützung für das Projekt zugesagt und gestern haben wir ihm dann erzählt, wann und wie wir das Training stattfinden soll. Montags und donnerstags werde ich mit den Kindern im Parkside Pool, der nur wenige Gehminuten von der Schule entfernt ist, schwimmen gehen. Gegebenenfalls wird freitags noch ein weiteres Schwimmtraining stattfinden, unzwar für weitere Kids, die noch etwas Schwierigkeiten beim Schwimmen haben. In ferner Zukunft sollen sie dann auch in die Triathlongruppe ´aufsteigen`. Aber erstmal soll das Training mit den anderen zweimal die Woche laufen. Wenn das alles klappt, fange ich mit der Freitagsgruppe an. Dienstags und mittwochs macht Tim das Lauftraining. Einmal findet es auf dem Sportplatz der Barnes statt und einmal im Jan Smuts Station. Mr. Gamid hat bereits angekündigt, dass er den Transport für seine Schüler organisieren würde.
Eigentlich wollten Tim und ich Schwimmen und Laufen abwechselnd machen, jedoch gehe ich dienstags und mittwochs mit meiner Schwimmgruppe von der Florradale an der Merryfield schwimmen. Das Lauftraining muss an den beiden Tagen sein, wo ich an der Merryfield bin, damit an den restlichen drei Tagen der Woche das Triathlonschwimmen stattfinden kann. Hinzu kommt, dass Tim auch noch Paddeln nachmittags hat. Ihr seht, es ist alles eine Frage der Organisation.
Gestern sind Tim und ich mit Mr. Gamid durch die Klassen gegangen, um die vier schon mal zu fragen, ob sie Lust haben, an unserem Triathlonprojekt teilzunehmen. Ihr glaubt gar nicht, wie groß das Strahlen war, nachdem wir sie gefragt hatten. Vor allem das eine Mädchen aus einer dritten Klasse hatte ein richtiges Funkeln in den Augen. Ich freue mich riesig auf nächste Woche und es ist einfach toll zu sehen, wie sehr sich die vier auch darauf freuen.
Tobi und Vivi gehen auch weiterhin mit den Klassen schwimmen, sodass sie uns weitere Namen von Kindern geben können, die schon ganz gut schwimmen, welche wir dann in unser Projekt integrieren.
Schwimmen, Laufen, da fehlt ja noch das Radfahren?! Brett hat bereits Räder aus dem Triathlonverein organisiert, die wir für das Projekt nutzen können. Der erste Schritt wird nun aber erst mal sein, die Kids im Schwimmen und Laufen fit zu bekommen. Dann irgendwann werden wir mit dem Radfahren beginnen, was bei dem Verkehr hier eine (gefährliche) Herausforderung ist. Ganz früh morgens an den Wocheneden sollte der traffic noch einigermaßen passabel mit dem Rad sein, sofern man das noch so nennen kann. 

Jeder sagte mir, ich sei verrückt, wenn ich hier mit dem Rad rumfahren würde. Das hat sich dann auch erübrigt, weil wir gar keine Räder besitzen. Wenn man durch die Straßen von East London fährt, sieht man so gut wie nie jemanden, der auf dem Rad unterwegs ist. Das ist übrigens auch etwas, was ich wirklich vermisse: Einfach mal eben auf das Rad setzen und irgendwo hin fahren. Aber so kann ich mich darauf bereits freuen, wenn ich wieder nach Deutschland zurückkomme. 

Ansonsten überlege ich gerade, was sonst noch so passiert ist. Mittwochnachmittag war wieder Schwimmen mit der Floradale. Weil es vormittags geregnet hat, konnte kein Sportunterricht stattfinden. Aber ich bin trotzdem kurz zur Schule gefahren, um den Schwimmern aus der 3a zu sagen, dass Schwimmen trotzdem stattfinden kann. Ich habe es nämlich satt, dass immer das Schwimmen ausfallen soll, nur weil das Wetter nicht so gut ist. Aber letztendlich war es an diesem Tag wirklich nicht so warm und so sagte ich den Schwimmern, dass ich es ihnen nicht übel nehmen würde, wenn sie sagen, dass sie bei dem Wetter nicht schwimmen möchten oder sollen (von den Eltern aus). Sie sollen wir einfach nur sagen, ob sie kommen oder nicht, damit ich nicht auf sie warte und keiner kommt. Also habe ich sie gefragt, wer denn kommen würde, wenn wir heute Schwimmen gehen. Drei sicherten mir zu, dass sie kommen und fest steht, auch für die drei mache ich natürlich Training! Ich meine, ich freue mich, wenn das Schwimmen stattfinden kann.
Um 15 Uhr sollte das Schwimmen anfangen. Es war keiner da. Um 15:30 Uhr war noch immer keiner da. Sie werden nicht kommen.
Es war total schade zu sehen, dass keiner kommt, obwohl ich morgens extra zur Schule gefahren bin, um zu fragen, wer denn kommt. Sie hätten mir einfach morgens sagen sollen, dass sie nicht kommen, denn die transport Situation ist nach wie vor kompliziert. Wenn ich dann sehe, dass ich dafür hingebracht und abgeholt werden muss, dass ich einfach nur warte, ist das echt ärgerlich. Doch diese Hintergründe verstehen die Kinder leider nicht, auch wenn ich es ihnen schon erklärt habe … Ich probiere es ein weiteres Mal.




Fireball / lustige Kleidung wegen eines Fundraising Events
Am heutigen Freitag war die Schule mal wieder richtig schön. Die Kids haben sich super benommen. Wir haben Lion, River & Rocks, Rope, Soccer, Netball, … gespielt. In der letzten Stunde hatten wir die 6b und weil die Kleinen zu dieser Uhrzeit schon alle Schluss hatten, waren wir auf einmal mit über 100 Leuten auf dem Field und alle waren in Bewegung. Ob Limbo oder Hochsprung, wir hatten alle Spaß. Vor allem der Banana Song ist jedes Mal wieder ein absolutes Highlight. Nicht nur Tim und ich haben immer einen Ohrwurm von dem Song, sondern die Kinder singen ihn auch immer zwischendurch. Es war echt eine super Idee, diesen Song einzuführen.






Motto 'lustiger Kleidungsstil'. Wir mit Leibchen auf den Kopf.


Eine normale Pause. Alle Kinder um uns herum.



mit Yolanda (rechts von mir)

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Just a normal day at Floradale


Wie jeden Tag habe ich auch heute Morgen Tim abgeholt und wir sind zur Floradale gefahren. Die erste Sportstunde mit der 1d konnten wir noch machen, jedoch kamen die dunklen Wolken immer näher. Gegen Ende des Sportunterrichts zog es sich richtig zu, es wurde dunkel und überall waren Blitze zu sehen. Bei Gewitter auf einem Sportplatz der höchste Punkt zu sein, erschien uns dann doch nicht so sinnvoll und wir gingen zurück zu Schule. Dann hat es richtig angefangen regnen. Nicht nur ein bisschen, sondern so viel, dass binnen weniger Minuten der komplette Schulhof überschwemmt war. Es gibt keine Gullies, wo das Wasser hätte abfließen können und somit stand das Wasser überall bestimmt 20cm hoch. Wir haben die Klassen, die wir heute noch gehabt hätten, informiert, dass wegen des Wetters heute kein Sport mehr stattfinden kann. 
 
Als wir dann zum Corsa gesprintet sind, mussten wir feststellen, dass wir nicht rausfahren konnten, weil ein großes weißes Auto den Weg versperrte. Na super, bei Dauerregen und Gewitter, auch noch den Besitzer des Autos finden. Ich habe mich dazu bereit erklärt, dies zu übernehmen, während Tim im Trockenen wartet. Im Office konnte mir keiner weiterhelfen, sie sagten mir nur, dass ich hinrein kommen solle, weil es regnen würde. Der Regen war das Gesprächsthema und die Personen im Office liefen wild durcheinander. Weiter ging die Suche. Weil das Auto ungewöhnlich groß war, kam ich auf die Idee, dass es den Zahnärzten gehören könnte, die heute bei Grade 1 waren. Die Lehrerin, die gerade ihre Schüler dazu brachte, der Zahnärztin zuzuhören meine, es gehöre der Lehrerin der 3b. Also bin ich da hin und natürlich war es nicht ihr Auto. Ich bin dann zu der nächsten Klasse, wo die beiden Zahnärzte (Ich glaube es waren Zahnärzte, oder zumindest zwei Frauen, die den Kindern etwas über Zähne und Zahnreinigung erzählt haben) waren und habe sie direkt persönlich auf das Auto angesprochen. Das hätte ich im Nachhinein auch vorher schon machen sollen, denn es war ihr Auto! Jaaaa, nach gefühlt einer Stunde Suchen im Dauerregen, sprich, ich war pitsch nass, habe ich den Besitzer gefunden! Die Frau sagte mir auch, dass es regnen würde und drückte mir sofort ihren Autoschlüssel in die Hand. Ich selbst hätte mir niemals zugetraut, so ein riesen Auto zu fahren. Wie gut, dass mir so viel Vertrauen von jemandem entgegengebracht wird, mit dem ich mich gerade mal eine Minute unterhalten habe. Tim hat dann die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen und das große Gefährt aus dem Gate gefahren, sodass wir in der Lage waren auszuparken. Ich habe schnell den Schlüssel zurückgebracht und wir konnten endlich nach Hause fahren. Es war im Nachhinein echt lustig, dass wir gerade an einem so regnerischen Tag eingeparkt wurden. Wir hatten heute Vormittag durch diese Aktion ziemlich viel Spaß und haben die chaotische Situation mit Humor genommen. So ist das eben an der Floradale, man weiß nie, was einen erwartet. 

Das war mein heutiger Vormittag. Ansonsten waren wir letzten Samstag beim Color Run in East London. Das war ein richtig schöner Nachmittag! Die Kinder aus dem Kinderheim, wo Johanna und Celine arbeiten, haben wir mitgenommen. Der „Run“ war eher ein gemütliches Spazierengehen, aber dennoch total cool. Noch nie zuvor habe ich einen Spaziergang mit so vielen Menschen gemacht, echt eine tolle Erfahrung! Es gab fünf verschiedene Stationen, wo wir mit Farbe beworfen wurden, sodass wir am Ende schön bunt waren. 


vorher

während

nachher


Der Pool, der circa 10 Gehminuten von unserem Haus entfernt ist, hat seit Oktober offen! Die Saison hat begonnen und ich habe mir gleich eine Saisonkarte gekauft. Nachdem ich dort einmal schwimmen war, hat mich ein Coach angesprochen und wir kamen ins Gespräch. Joe, der Coach, ist 73 Jahre alt und ist JEDEN Tag von 6 Uhr morgens (Pool öffnet) bis 18:30 Uhr (Pool schließt) im Schwimmbad. Okay, zugegeben, er ist nicht jeden Tag da, sonntags kommt er nicht, aber sonst wirklich immer. Er trainiert mich von nun an und ich habe persönliches Einzeltraining wann immer ich möchte. Joe hatte, als er 20 war, für 100S und 200S die Olympiaqualifikation und ist im Alter oft die Master Championships mitgeschwommen. Er hat wirklich viel Erfahrung und ich bin sooo froh, ihn getroffen zu haben. Wenn ich nun mal ein bisschen Zeit zwischen den Projekten übrig habe, bin ich im Pool zu finden. Ich finde es wirklich erstaunlich, dass immer so wenige Menschen im Schwimmbad sind. Oft kann ich mir einen der vier Pool aussuchen, in dem ich trainieren möchte, weil einfach kein anderer da ist. Wobei Joe mich nur in den beiden Waterpolo Pools schwimmen lässt (eine Bahn ist 33m), denn letztes Jahr hätten einige, die den 50m Pool benutzt hatten, Zahnprobleme gehabt. Der Pool wurde wohl renoviert und während der Bauarbeiten ist Zement ins Wasser gelangt. Momentan ist der 50m Pool zwar offen, doch es finden immer noch Bauarbeiten statt. Ja, es werden Fliesen mit Zement an den Außenwänden befestigt, während der Pool von Schwimmern genutzt wird. Ich bin nun doch ganz froh, dass ich in einem der beiden Waterpolo Pools trainiere (den ich ja meist für mich alleine habe). Ihr glaubt gar nicht, wie glücklich ich bin, dass nun endlich wieder trainieren kann! Auch, wenn ich alleine trainiere, treffe ich dann doch immer noch andere Schwimmer, denen Joe mich dann vorstellt und manchmal kommt es sogar vor, dass er mehrere gleichzeitig trainiert. Denn wer kommt, der kommt; Joe ist immer da. 

Gestern war ich wieder mit meiner Floradale Schwimmgruppe an der Merryfield schwimmen. Danach sagte eine aus Grade 3a zu mir „Frauke heute war ein schöner Tag, denn heute war Schwimmen.“ Ich habe mich richtig gefreut, das gesagt zu bekommen, denn so weiß ich, wofür ich das mache. Ein „dankeschön“ kann so viel bewirken. Die Kids freuen sich, dass jemand Zeit mit ihnen verbringt und mir macht der Schwimmunterricht ja auch Spaß. 

Und beim Sportunterricht sieht es so aus, dass wir nun allen 3ten Klassen Brennball und allen 2ten "Ente Ente Gans" beigebracht haben. Somit haben wir den Horizont an Spielen ein wenig erweitert.


Fireball mit der 3a (es sind nur so wenige, weil diese eine Lehrerin nur diejenigen, die Sportklamotten dabei haben, auf das Field lässt)


So, das war’s erstmal von mir. Es ist gar nicht wirklich viel passiert in letzter Zeit, doch von diesen chaotischen Schultag von heute Morgen, wollte ich euch erzählen. Und das ist wirklich so, es kommt nicht ein Tag vor, an dem alles nach Plan läuft und wir alle Klassen mit zum Field nehmen können. Immer ist irgendetwas und dadurch wird unser Tag schön abwechslungsreich gestaltet. Ich habe mittlerweile unsere chaotische Schule schon richtig ins Herz geschlossen und freue mich stets auf den nächsten Tag, weil ich nie weiß, was mich erwarten wird.

Wieder etwas Unerwartetes: Dienstag waren auf einmal zwei Reihen, Männer und Frauen, auf dem Field während wir Sportgemacht haben. Die Regierung hat Arbeit verteilt. Wir haben dann am Rand Sport.
 

Sonntag, 9. Oktober 2016

Von Coffe Bay nach Bulungula

Diese Woche waren Schulferien und wir haben die freie Zeit genutzt, um an die Wild Coast zu fahren. Doch am Tag bevor unser Urlaub begann, mussten wir erst einmal umziehen, denn das Haus, in dem wir gewohnt haben, wird renoviert. Im Garten unseres alten Hauses wird zudem noch ein neues Haus gebaut. Der Plan sieht so aus, dass alle Freiwilligen aus East London auf diesem Grundstück zusammen wohnen werden, und das schon am 1. Dezember! Ich bin gespannt, wann wir wirklich einziehen werden.

Samstag ging es dann jedenfalls los nach Coffee Bay, wo wir nach vier Stunden Fahrt angekommen sind. Glücklicherweise haben wir immer rechtzeitig bremsen können, wenn mal wieder Kühe, Ziegen oder andere Tiere die Straße überquert haben. Deswegen ist es auch besonders wichtig, dass man bei Tageslicht unterwegs ist.

Die Landschaft ist wirklich traumhaft, total grün, neben den Hügeln direkt das Meer. Übernachtet haben wir alle im Haus der vier Freiwilligen, die in Coffee Bay wohnen, zwei Rondavels, die miteinander verbunden sind. Diese runden Hütten sind typisch für die Gegend und sind dort überall zu sehen. 

Das Haus von Rosa, Johanna, Matthes und Leon in Coffee Bay

Die typischen Rondavels





Meistens sind die Häuser in diesem grün angestrichen

Einen Nachmittag sind wir mit dem Bakkie zum Mapuzi River gefahren und haben dort gebraait. So einen Bakkie braucht man hier auch, denn sobald man nach Coffee Bay kommt, gibt es keine asphaltierte Straße mehr, sondern nur noch Schotterwege mit riesigen Schlaglöchern. 
 
Mapuzi River

Auf einem Hügel beim River

Am Mapuzi River







Überall Kühe








Die Kühe laufen durch den Mapuzi River


















Mit dem Bakkie fahren wir wieder weg vom River

Der Bakkie schafft den Berg hinauf


Der Ngcwanguba Store ist der einzige Einkaufsmarkt weit und breit, welcher sich nur 20 Minuten entfernt von Coffe Bay befindet. Die Menschen aus den umliegenden Dörfern fahren hier mit Taxen (völlig überfüllte Minibusse) hin und dies auch nicht so häufig, wie ich erfahren habe. Der „Supermarkt“ gleicht einer riesigen Lagerhalle und ist vielleicht mit einem Baumarkt vergleichbar. Riesige Regale mit XXL Mengen an Essen kann man dort kaufen.

Ngcwanguba Store


An dem Tag, wo wir zum „Hole in the Wall“ gefahren sind, hat es wirklich ununterbrochen geregnet. Etwas entfernt von diesem Loch in der Felsenwand ist ein Restaurant, wo wir zu Mittag gegessen haben. Trotz des Regens haben wir (vielleicht acht von den 18 Volunteers, die alle in den (Ferien in CB waren) uns auf den Weg zu der Stelle gemacht, wo man das Hole sehen kann. 


Im Regen machen wir uns auf den Weg zum Hole in the Wall


Letztendlich waren wir noch zu dritt, die dann wirklich bis zum Aussichtspunkt gegangen sind. Wir waren zwar pitschnass, haben aber dafür das „berühmte“ Hole in the Wall“ gesehen. 

Auch im Regen bleibt noch Zeit für ein Foto. Seht ihr das "Hole in the Wall"?


Wanderung

Der Fußmarsch kann beginnen


Mittwoch und Donnerstag sind wir von Coffee Bay nach Bulungula gewandert. Da wir keinen Guide hatten, lautete unser Motto „Wenn die Küste links von uns ist, sind wir richtig.“ Das hat auch erstaunlicherweise echt gut funktioniert. Mittwochmittag waren wir schon beim Hole in the Wall (dieses Mal natürlich zu Fuß) und haben dort an einem kleinen Fluss Pause gemacht. Die Hälfte für diesen Tag hatten wir schon geschafft. 


Die 13 Wanderer am "Hole in the Wall"

Ich weiß nicht, wie viele Berge wir hinauf und hinunter gelaufen sind, aber es waren verdammt viele. Aber wenn man oben war, hatte man wieder eine fantastische Aussicht, weswegen sich der Anstieg immer gelohnt hat. Nach der kleinen Pause ging es auch schon wieder weiter, nur leider war ein echt breiter Fluss im Weg. Mit unserem Gepäck wollen wir da nicht durchschwimmen, weswegen wir mal wieder einen Berg hinaufgelaufen sind. Ein Local hatte wohl gemerkt, dass wir ein wenig planlos waren was den Fluss betrifft und hat uns dann zu einer flachen Stelle geführt, die wir dann problemlos überqueren konnten. 

Schuhe fliegen über den Fluss

Nach dem Fluss entdeckten wir Büsche, die als Wäscheleine dienen


Nach vielen weiteren Hügeln kamen wir dann spät nachmittags in Lubanzi an, wo wir in einem Backpackers übernachtet haben. Mit drei anderen habe ich in einem Zelt geschlafen, welches sich auf einer Erhöhung befand. Der Blick aus dem Zelt war fantastisch, direkt auf das Meer gerichtet. 

Der Backpackers in Lubanzi (im Dezember soll der "richtige" Backpackers fertig gebaut sein)

Der Ausblick aus dem Zelt

Vor dem Frühstück am nächsten Morgen habe ich die ersten Sonnenstrahlen in einer Hängematte, ebenfalls mit Meerblick, genossen. Es gab frisches, selbstgebackenes Brot, was super lecker war. Gut gestärkt haben wir dann die zweite Etappe, von Lubanzi, nach Bulungula, auf uns aufgenommen. Nach einigen Hügeln (deutlich weniger, als am Vortag) und kleinen Strecken am Strand entlang, sind wir nachmittags in Bulungula angekommen. Das Haus von Mara und Felix (die beiden Freiwilligen, die in Bulungula wohnen), befindet sich oben auf einem Berg. Es ist nicht groß, aber wir alle dreizehn Wanderer sind dort untergekommen, sowie auch noch die Leute aus CB, die abends zu uns dazugestoßen sind, nachdem sie mit dem Bakkie hergefahren waren.

Das Haus der Freiwilligen in Bulungula

Der Ausblick, wenn man aus der Hütte rauskommt ist echt fantastisch, man sieht wieder das Meer und die grünen Berge und Täler daneben. 

Man macht die Tür auf und sieht das hier

Mara und Felix haben keinen Strom und kein fließend Wasser im Haus; gekocht wird mit Gas. Alle zwei Wochen gehen die Leute vom Bulungula Incubator (BI, eine gemeinnützige Organisation für die Community) einkaufen und bringen Lebensmittel für die Bewohner mit. 

Bulungula

Am nächsten Tag sind wir mit dem Bakkie wieder zurück nach CB gefahren. Von CB haben wir dann mit unserem Mietwagen die Rückfahrt nach EL angetreten, wo wir dann abends müde und kaputt von der Woche angekommen sind. 

Die Landschaft an der Wild Coast ist einfach traumhaft und der Besuch war auf jeden Fall lohnenswert! Gerade durch die Wanderung hatten wir fantastische Blicke auf die unberührte Natur. Meine Eindrücke sind gar nicht in Worte zu fassen und ich glaube, die Bilder sprechen schon für sich.