Dienstag, 27. September 2016

Jeffreys Bay

Bevor Joe und ich das Wochenende vom 23.9 – 25.9.16 nach Jeffreys Bay (= JBay) gefahren sind, ist noch einiges passiert.
 
Das Wetter war immer noch nicht besser, weswegen an der Floradale kein Sportunterricht stattfinden konnte. Somit war ich einige Tage mit Joe an der Parkside, was eine echt interessante Erfahrung war. Von den Parkside Kids habe ich einige, für mich neue, Spiele kennengelernt. Die Mädels spielen gerne „I wrote a letter“, was mit dem deutschen „Der Plumssack geht um“ vergleichbar ist. Der Banana Song ist bei den jüngeren Klassen ein absolutes Highlight und es hat nicht lange gedauert, bis ich ihn drauf hatte und ihn mit den Kindern singen konnte. Alle stehen im Kreis und machen die entsprechende Bewegung zu dem Songtext:
“And peel banana, peel, peel banana. And peel banana, peel, peel banana.”
“And cut banana, cut, cut banana. And cut banana, cut, cut banana.”
Dann folgen noch “eat”, “shake”, “drink”, „surf“, swim“, fly“, „walk“, „sit“, „jump“, „clap“, „kick“, „smash“, „sleep“ und „bye”. Die Reihenfolge, sowie das, was die banana macht, beziehungsweise was mit ihr gemacht wird, habe ich mir ausgedacht. Es ist gar nicht so leicht, immer die gleiche Reihenfolge zu singen, denn mir fallen immer wieder neue Sachen für die banana ein. Die Kinder an der Parkside feiern diesen Song jedenfalls total.

Es war ein tolles Gefühl, nach fast zwei Wochen Regenpause endlich wieder an die Floradale gehen zu können. Ich habe mich richtig auf die Sportstunden mit den Kindern gefreut. An der Parkside hatte ich eine Ergänzung zu dem Spiel River & Rocks gelernt, die wir in der nächsten Woche allen Klassen beigebracht haben. Wie gewohnt, springen die Kids bei „River“ hinter die Linie und bei „Rocks“ davor, oder besser gesagt, über die Linie rüber. Bei „Trees“ sollen sie von nun an auf der Stelle hochspringen und über dem Kopf in die Hände klatschen. Nachdem ich es anfangs immer vorgemacht hatte, haben sie es total schnell verstanden. Somit konnten wir das Spiel, was die Kids die letzten Jahre immer nur mit zwei Befehlen gespielt hatten, ein wenig aufpeppen. Im Laufe der Woche hatten wir die meisten Klassen dann einmal auf dem Field und selbst die 6ten haben River & Rocks mit Trees noch gefeiert! 


Fireball mit der 3a

Einer 3ten haben wir Fireball beigebracht und das hat erstaunlicherweise auch echt gut geklappt. Die Hütchen, die ich von Intersport gesponsert bekommen habe, sind gut zum Einsatz gekommen.
Mit den jüngeren Klassen habe ich im Laufe der Woche immer den Banana Song zum Abschluss gemacht. Auch die Kinder an der Floradale sind mittlerweile total begeistert von dem Song. Im Auto, beim Kochen und immer zwischendurch, mein Ohrwurm von diesem Lied begleitet mich momentan ständig. Sogar die anderen Freiwilligen singen nun meist mit mir, wenn ich mal wieder anfange, banana zu singen. 

Die Kommunikation in der Schule funktioniert nicht besonders gut. Keiner der Klassenlehrer war während unserer „Regen-Abwesenheit“ informiert worden, dass kein PT stattfindet, obwohl dies eigentlich hätte geschehen sollen. Nun habe ich im Laufe der Woche alle Handynummern von den Lehrern eingespeichert, sodass sie nun von mir persönlich erfahren, wenn wir nicht kommen, weil das Field nicht in Ordnung ist. Wir entscheiden nicht selbst, ob wir hinfahren oder nicht. Unsere Ansprechpartnerin, eine Lehrerin, sagt uns morgens Bescheid, wenn wir nicht kommen sollen. Nur leider fand dann unter den Lehrern nicht die erbetene Kommunikation statt. Was soll‘s, jetzt weiß ich es und kann mich selber darum kümmern, dass die Lehrer die Information erhalten.


JBay

Ich hatte mittlerweile drei Surfstunden und Surfen mach einfach unglaublich viel Spaß. Schon vor Südafrika habe ich mit dem Gedanken gespielt, mir ein Board zu kaufen. Und wo in South Africa kann man am besten Boards kaufen? Natürlich in Jeffrey Bay, wie mir diverse Leute sagten. Also haben Joe und ich uns Freitagmittag (23.09.16) auf den Weg dorthin gemacht. Nach 3,5 Stunden waren wir schon in PE, wo wir die Nacht bei den Freiwilligen dort geschlafen haben. Es war echt cool zu sehen, wie die anderen so wohnen. Abends waren Joe und ich dann mit den 10 PE Volunteers lecker essen. 

Samstagmorgen ging es dann auch schon relativ früh weiter, sodass wir pünktlich um 9, wenn die Läden öffnen, in JBay waren. Erst war ich ein wenig verunsichert, ob die Läden auch offen haben, weil am Samstag Heritage Day, ein gesetzlicher Feiertag, war. Aber es war alles gut, die Läden hatten sogar bis mittags / nachmittags offen. Wir haben relativ schnell die Straße mit den Surfläden gefunden, denn JBay ist wirklich nicht so groß. Das heißt, den ganzen Vormittag sind wir diese Straße auf und ab gelaufen und waren gefühlt in jedem Laden drin. Mein Surflehrer in EL hatte mir schon eine Empfehlung gegeben, was für ein Board ich kaufen solle. Die Minimal Boards, nach denen wir gesucht hatten, waren oft ausverkauft. Gebraucht kann man diese Boards sowieso nicht kaufen, weil die so beliebt sind. Viele Läden hatten diese Art von Boards, wie gesagt, auch in neu gar nicht da oder nur in der falschen Länge. Aber ich habe dennoch einen Laden gefunden, Country Feeling, wo es ein passendes Board gab, was mir auch echt gut gefallen hat. An diesem Tag waren wir bestimmt insgesamt fünf Mal in diesem Laden, weil ich mir das Board immer nochmal angucken wollte.
Die PE Leute sind Samstag auch in JBay gewesen, weil sie dort, zusammen mit den drei JBay Freiwilligen, eine Surfstunde genommen haben. Diese Gelegenheit haben Joe und ich genutzt, um die Surflehrer zu fragen, wo man gut Board kaufen kann. Daraufhin sind wir noch zu einem weiteren Laden, der auch passende Minimal Boards hatte. Den ganzen Tag habe ich überlegt, wo ich nun mein Board kaufen kann. Zum Glück haben die Läden in Südafrika auch sonntags offen, sodass ich noch eine Nacht drüber schlafen konnte.
 
Nachmittgas waren wir dann mit allen 15 an dem Strand in Jeffreys Bay, wo jedes Jahr im Juli der berühmte Billabong Pro Wettbewerb stattfindet. Supertubes heißt dieser Spot, wo es die besagte perfekte Welle gibt. Es war echt fantastisch, den Surfern hier zuzugucken. Das ist echt eine Klasse für sich.


in Jeffreys Bay, Supertubes

Supertubes in Jeffreys Bay







mit Amelie und Imke

fast wie Disneyland

Der Laden, den ich unzählige Male aufgesucht habe, bis ich mich entschieden habe.
  
Abends waren wir wieder mit allen 15 essen, in einem Restaurant, direkt am Strand, wo der Boden einfach Sand war. Das Essen war auch hier super lecker.

Sonntag war dann der Tag, an dem ich eine Entscheidung bezüglich des Boards treffen musste. Nachdem ich die beiden, die in der engeren Auswahl waren, nochmal angeguckt hatte, wusste ich welches ich nehme: das von Country Feeling. Überglücklich, mit dem Board in der Hand, habe ich den Laden verlassen. Mit 3 Softboards und meinem Board im Auto sind Joe und ich dann Sonntagmittag wieder nach EL zurück gefahren, wo wir dann nach guten 4 Stunden angekommen sind. 

Stolz wie Oskar

Der super nette Inhaber von Country Feeling war sehr geduldig mit mir, danke für die tolle Beratung!




Bei Country Feeling stehen die Pokale der Sieger des Billabong Pro

Es war ein unglaublich tolles Wochenende! Und das nicht nur, weil ich mir ein eigenes Surfboard gekauft habe, sondern auch, weil wir eine tolle Zeit mit den PE und JBay Leuten hatten!
Diese Woche werde ich auf jeden Fall noch Zeit finden, um das Board auszuprobieren! Momentan ist das nur etwas schwierig, weil eines unserer beiden Autos noch immer in der Werkstatt ist. Letzte Woche Montag hätte es schon fertig sein sollen. Das eine Auto wird den ganzen Tag für Projekte gebraucht. Jedoch fangen am Freitag die Ferien an, weswegen die Schule diese Woche eher zu Ende ist, wenn sie denn stattfindet. Ich bin mir sicher, es wird sich noch eine spontane Gelegenheit ergeben, wo ich dann mein Board ausprobieren kann. Denn hier weiß man wirklich nie, was der Tag bringt. Nichts läuft nach Plan, vor allem nicht in der letzten Woche vor den Ferien.

Freitag ist offiziell der letzte Schultag, bevor die einwöchigen Ferien beginnen. Wir werden zu den Freiwilligen nach Coffee Bay und Bulungula fahren, wo wir dann auch JBay wieder sehen werden. Ich freue mich schon riesig auf die Woche an der Wild Coast!


Montag, 12. September 2016

Up and down

In den ersten zwei Wochen, die ich hier war, hatten wir richtig gutes Wetter. Die Sonne schien uns es war warm. Seit letzter Woche regnet und gewittert es fast die ganze Zeit. Dadurch, dass es immer regnet, ist das Community Field, auf dem wir in der Schule Sport machen, total matschig und schlammig. Die Floradale besitzt keinen eigenen Sportplatz und auf dem Community Field gibt es keinen asphaltierten Platz, der nach einem Regenschauer trotzdem genutzt werden könnte. Am Rand des Platzes ist ein wenig Gras zu finden, aber das Feld besteht überwiegend aus Sand.
Sand + Regen = Matsche. Das wiederum bedeutet, dass wir nicht auf dem Feld Sport machen können… Die Klassenräume, also die Container, sind leider zu klein, um darin Sport zu machen. Wenn dort Tische, Stühle und Kinder drin sind, ist der Raum komplett voll. 

Der Sportplatz nachdem es geregnet hat.

Matsche


Bei diesem Wetter kann ich auch nicht mit den Floradale-Kids schwimmen gehen. Es ist viel zu kalt und die Schwimmer würden krank werden, denn der Pool ist draußen und unbeheizt. 

Mit dem Schulleiter der Barnes, Mr. Gamid, habe ich bereits abgesprochen, wie das Schwimmprojekt an der Barnes laufen soll. Zweimal die Woche werde ich mit den Kindern im Parkside Pool schwimmen gehen. Am 1. Oktober öffnen hier die Schwimmbäder wieder und ich hoffe, dass das Projekt dann auch losgeht. Als ich mir letzte Woche einen Überblick über den Parkside Pool verschafft habe, sah es so aus, als solle das Bad noch renoviert werden. Ich hoffe einfach so sehr, dass das Bad im Oktober wieder eröffnet.

Meine Projekte sind einfach vollkommen wetterabhängig. Heute Morgen war ich trotz des Regens kurz an der Schule, um mit Khanyisa, unserer Ansprechpartnerin, zu reden. Sie sagte mir auch, dass es bei diesem Wetter keinen Zweck hätte, Sport zu machen. Die Kinder würden sich ihre komplette Schuluniform einsauen. Khanyisa meinte, wir müssten einfach auf besseres Wetter warten. Etwas anderes, bleibt mir auch gar nicht übrig. Ich weiß, dass ich nichts dafür kann, dass meine Projekte momentan noch nicht wirklich laufen, aber es ist trotzdem enttäuschend, weil ich weiß, dass sie laufen würden, wenn das Wetter besser wäre …

Nun ist Geduld gefragt … 

Normalerweise hätte ich abends viermal die Woche Triathlon, jedoch findet diese Woche kein Training statt, weil die Triathleten für Klausuren lernen müssen … Gerade die Woche, wo keines meiner Projekte läuft, ist auch noch Klausurenphase …

Drei Gehminuten von unserem Haus entfernt, befindet sich ein Schwimmbad, welches wie alle Pools hier, am 1. Oktober eröffnen soll. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich mich darauf freue! Dann kann ich endlich wieder trainieren! Und das sogar auf einer 50m Bahn!

Damit ich nicht die ganzen Tage hier zu Hause sitze und mich langweile, gehe ich mit Joe an die Parkside. Die Barnes und die Parkside sind Schulen, die einen asphaltierten Sportplatz haben. Wenn es am Tag zuvor geregnet hat, ist es trotzdem möglich, dort Sportunterricht zu machen. Joe ist zurzeit noch alleine an der Schule, weil sein Projektpartner ja den Freiwilligendienst bereits abgebrochen hat. Deswegen passt es ganz gut, dass ich da etwas aushelfe. Es ist nämlich nicht gerade leicht, mit 50 Kindern ganz alleine eine Sportstunde durchzuführen. 

Ach ja, dieses Wochenende waren wir, also alle 34 Südafrika-Freiwilligen im Eastern Cape, in Port Alfred auf dem Boat Race Festival. Es war richtig schön, alle wieder zu sehen! Leider hat es auch dort ununterbrochen geregnet, sodass das Gelände eher einem Matschfeld glich. Auch musiktechnisch war es nicht so meins, aber dennoch war es ein lustiges Wochenende, weil einfach alle von uns da waren.
 
Und zum Schluss noch ein kleines Update zu unserem Einbruch. Am Tag danach habe ich festgestellt, dass mir doch etwas geklaut wurde. Mir fehlen die Kette, die mir meine Eltern zum Abi / zum Abschied geschenkt haben und die Ohrringe, die ich von Mama hatte. Es ist eigentlich viel mehr der persönliche Wert des Schmucks, weswegen ich an diesem Abend total fertig war … Ich bin dann noch einmal zur Polizei hin, um meine Sachen auf der Liste der gestohlenen Gegenstände zu ergänzen. 
Mittlerweile haben wir ein neues Alarmsystem, die Schlösser wurden ausgetauscht und wir haben eine Eisenkette für das Gate bekommen. Dadurch fühle ich mich schon etwas sicherer hier.



Montag, 5. September 2016

Schockmoment

Sonntagnachmittag sind wir kurz nach Beacon Bay gefahren, um das Gaffa-Tape auszuleihen. Dort, wo sich vor ein paar Tagen noch unsere Heckscheibe befand, haben wir eine Plane aus Müllsäcken befestigt. Uns ist klar geworden, dass wir mit einem Auto nicht weit kommen; der 8Seater muss auch ohne Heckscheibe genutzt werden. Den Tag über hat es die ganze Zeit geregnet, sodass der Kofferraum schon leicht unter Wasser stand. Es wurde höchste Zeit, dass wir etwas dagegen unternehmen.

Aber zurück zu dem, was sich eigentlich am Sonntag, den 04. September 2016 bei uns ereignete. Als wir auf dem Rückweg von Beacon Bay in unsere Straße einfuhren, stand ein Security-Auto vor unserem Haus. Na super, dachten wir, schon wieder ein Fehlalarm. Das ist nicht ungewöhnlich und letzte Woche kam es schon zweimal vor, dass wir einen Fehlalarm hatten. Komischerweise wurden wir heute nicht von der Securityfirma angerufen als der Alarm losging...
Als wir dann vor unserem Haus standen, war das Gate offen, das Schloss vor dem Eisengitter aufgebrochen und unsere Haustür eingetreten. Bei uns wurde eingebrochen! Joe, Celine und ich sind ins Haus gestürmt, um festzustellen, was geklaut wurde. Mein Zimmer wurde durchwühlt. Beide Matratzen und alle Kissen lagen durcheinander auf den Boden. Bei diesem Anblick war ich völlig geschockt. Aber die Einbrecher müssen gestört worden sein, denn sie wurden mit meinem Zimmer nicht fertig. Laptop, Kreditkarte und andere Wertgegenstände waren noch da.
Bei Celine fehlen alle ihre elektronischen Geräte, Joes Portmornaie, sein Handy und seine Powerbank wurden geklaut und mein Handy war auch nicht mehr da. Um sicherzugehen, dass mein Handy wirklich weg ist, habe ich es angerufen. Es klingelte jedoch nicht in meinem Zimmer, wo es hätte liegen müssen. Sofort haben wir unseren Mentor, Brett, angerufen. Glücklicherweise wohnt er in East London und war dann keine 10 Minuten später bei uns. Joe ist eingefallen, dass es ja die Funktion 'Mein iPhone suchen' gibt (Danke Joe!). Das habe ich auch gleich gemacht und tatsächlich, mein iPhone befand sich nur 1km von unserem Haus entfernt. Brett hat sofort die Security Firma informiert, damit Leute zu dem Standort meines iPhones geschickt werden. Er selbst ist auch unverzüglich zu diesem Ort gefahren. Ich kann es gar nicht glauben, dass er kurze Zeit später mit meinem Handy in der Hand wieder vor mir stand. Er hat es am Straßenrand gefunden. Die Diebe hatten mein Handy wahrscheinlich, nachdem ich es angerufen hatte, weggeschmissen. Vielleicht ist ihnen dann erst bewusst geworden, dass das Handy geortet werden kann. Wir hatten gehofft, dass uns mein Handy zu den Tätern und den anderen geklauten Sachen führen könnte, aber dies war leider nicht der Fall…

Die Security sagte uns, dass die Polizei bereits informiert sei. Brett war ganz verwundert, dass die Polizei sogar abends noch irgendwann gekommen ist, um unsere Aussage aufzunehmen. In einem ruhigen, entspannten Tempo durchliefen wir dann das Prozedere. Wir dachten, dass jeder die ganzen Dokumente ausfüllen müsse. Dies war dann aber doch nicht so. Die Polizei versicherte uns, dass es reiche, wenn Celines und Joes Name im Bericht erwähnt würden. Wir bestanden dann aber zumindest darauf, dass die Nachnamen hinzugefügt werden und dass Celines Name richtig geschrieben wird. Das war nämlich nicht der Fall und hätten wir nichts gesagt, wäre dies auch nicht geschehen. Wie soll Celine denn bitte Geld von der Versicherung zu Hause wieder bekommen, wenn nur ihr falsch geschriebener Vorname in dem Polizeibericht auftaucht??? Ich musste dann jeden einzelnen Zettel unterschreiben und habe den nächstbesten Stift gegriffen, einen blauen Kugelschreiber. Nachdem ich dann alles unterzeichnet hatte, sagte die Polizistin zu mir, dass das so nicht gehen würde. Ich hätte ihren schwarzen Kugelschreiber nehmen sollen, den sie die ganze Zeit in der Hand gehalten hatte. Na super. Meine blaue Unterschrift habe ich dann mit schwarz übergemalt.

Später abends ist Brett dann noch mit mir zur Polizeistation gefahren, weil Fingerabdrücke auf meinem iPhone sichergestellt werden sollten. Das wurde dann auch gemacht und ich musste wieder unterschreiben. Dieses Mal habe ich gleich mit einem schwarzen Kuli unterschrieben. Ich frage mich nur, warum die Polizisten keine Fingerabdrücke von mir (uns) wollten, denn diese befinden sich doch auch auf meinem Handy. Eigentlich wäre es doch sinnvoll gewesen, unsere Fingerabdrücke zu nehmen, um zu wissen, welche Fingerabdrücke von den Tätern stammen. Aber hey, mein Vorschlag wurde sofort abgelehnt und anscheinend nicht für gut empfunden. Ich glaube, weil die Polizisten <meine Reisepassnummer haben, könnten sie sogar auf meine Fingerabdrücke zugreifen. Aber dann fehlen ja immer noch Celines und Joes Fingerabrücke, denn ihre Reisepassnummern wollten die Polizisten nicht aufnehmen. Naja, ich steige durch dieses System nicht wirklich durch.
Ich möchte nicht voreilig über die Polizei hier urteilen. Ich möchte nur meine bisherigen Erfahrungen berichten.

Brett hatte dafür gesorgt, dass wir die nächsten Tage einen Guard vor unserer Haustür sitzen haben. Der kam dann abends auch und das erste, was er uns fragte war, ob wir noch eine Taschenlampe hätten, denn seine würde nichtmehr funktionieren. Er hatte auch nichts dabei, um sich verteidigen zu können, weswegen wir ihm doch bitte einen Gegenstand, mit dem man sich wehren könne, besorgen sollten. Wir hatten keine Taschenlampe im Haus und haben ihm dann einen Hammer aus unserer Werkzeugkiste gegeben. Naja, ich habe mir versucht einzureden, dass es ja schon mal gut ist, dass jemand vor unserem Haus sitzt und Präsenz zeigt.

Es war ein komisches Gefühl, abends ins Bett zu gehen und zu wissen, dass jemand mein Bett durchwühlt hat. Wirklich gut schlafen konnte ich auch nicht. Heute Morgen um 6:00 Uhr klopft es dann auf einmal an der Haustür. Der Guard fragte, ob er unsere Toilette benutzen dürfe, weil in ein paar Minuten Schichtwechsel sei. Diese Argumentation konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Als gute Gastgeber haben wir natürlich nicht nein gesagt, aber wirklich toll fanden wir es nicht, dass wir deswegen um 6:00 Uhr geweckt wurden.

Unsere Sicherheitsvorkehrungen werden jetzt noch weiter verschärft! Die nächsten Tage werden dafür genutzt, um uns die bestmögliche Sicherheit zu gewähren.

Freitag, 2. September 2016

2te Schulwoche

Die Woche begann damit, dass ich Montagmorgen vergessen hatte, die Alarmanlage auszuschalten und kurze Zeit später einer von der Security Firma vor unserer Haustür stand. Ich wollte nur kurz in den Garten gehen, um ein T-Shirt von der Leine zu holen und hatte nicht daran gedacht, dass ich nach dem Aufstehen die 'Stay'-Funktion auszuschalten muss.
Abends war dann Sea Swimming mit den Triathleten. Obwohl ich in einem Surfer-Neo geschwommen bin und die anderen in den Neos, die extra fürs Schwimmen sind, konnte ich recht gut mithalten. Es ist ungewohnt im Meer zu trainieren, weil die Wellen und die Strömung das Schwimmen wirklich erschweren, aber daran werde ich mich schon noch gewöhnen.

Nachdem wir am Dienstag mit den ersten beiden Klassen Sport gemacht haben, wurde uns von einer Lehrerin erzählt, dass um 10:00 Uhr für Grade 1-3 Traffic Education stattfindet. Dafür würde der Sportplatz benötigt werden, weswegen wir die letzten beiden Klassen nicht mehr mit zum Field nehmen könnten. Tatsächlich kamen die Leute von der Traffic Education erst um 11:00 Uhr, also eine Stunde später. Wir hätten es also doch noch schaffen können, die dritte Sportstunde durchzuführen. Letztendlich versammelten sich die Kinder der Stufen 1-3 dann auf dem Hof und ihnen wurde über einen Lautsprecher einige Verkehrsregeln erklärt. Weil uns gesagt wurde, dass auf dem Sportplatz noch Autos zur Vorführung stehen würden, konnten wir mit der letzten Klasse auch keinen Sport machen. Ich hatte es so verstanden, dass die ganze Aktion auf dem Sportplatz hätte stattfinden sollen. Als das nicht der Fall war, wurde uns gesagt, dass die Kids danach auf das Field gehen wegen der Autos. Das war aber nicht so. Tatsächlich hat nichts auf dem Community Field stattgefunden und wir hätten doch unseren Unterricht durchführen können. Ich glaube es dauert ein wenig, bis ich mich an die African Time und an die chaotischen Schultage gewöhnt habe. Im Nachhinein war es schon lustig, dass einfach nichts nach Plan gelaufen ist. Unsere Vorgänger haben erzählt, dass die Floradale deswegen eine typische afrikanische Schule ist. Man weiß nie, was der Tag bringt, weil einfach nie etwas nach Plan läuft.

Bevor die Traffic Education angefangen hat, wurde gemeinsam gesungen:



Beim Schwimmen





Mit dem Ball im kleinen Becken
Dienstags und mittwochs gehe ich jetzt mit einigen Mädchen von der Floradale schwimmen. Ich habe im Pool alle einmal vorschwimmen lassen, um zu gucken, auf welchem Stand die Kinder sind. Einige ältere können sogar schon richtig schwimmen, wohingegen ich den jüngeren aus Grade 3 erst das Schwimmen beibringen muss. Es ist echt eine super Gruppe und im Vergleich zur letzten Woche, wo alles ganz chaotisch war, bin ich echt positiv überrascht. Nächste Woche, wenn ich hoffentlich wieder komplett fit bin, gehe ich auch mit ins Wasser, um die Übungen besser zeigen zu können. Auf dem Rückweg von der Merryfield zur Floradale wurde ich wieder von einigen Mädels begleitet, wirklich super lieb, dass die mich nicht alleine durchs Township laufen lassen. Ich habe mir erstmal eine Liste mit den Namen der Schwimmer angelegt, damit ich weiß, wer in der Gruppe ist und wer nicht. Es gibt immer wieder Kinder, die dann einfach dazukommen und mitschwimmen wollten. Aber das geht ja nicht, denn sonst ist irgendwann die komplette Floradale in dem Schwimmbad.

Als wir diese Woche Mittwoch mit den Klassen Sportgemacht haben, in denen die Schwimmer sind, ist eine Situation eingetreten, die ich noch nie zuvor hatte. Wie immer machen wir zu Beginn der Stunde einen Kreis und fragen die Kinder, ob sie noch unsere Namen wissen. Normalerweise, wenn Tim nach seinem Namen fragt, schreien die Kinder sofort 'TIM'. Bei mir ist das eher so, dass ich jeder Klasse nochmal meinen Namen sagen muss, denn der Name 'Frauke' ist für alle hier sehr ungewöhnlich und schwer auszusprechen. Aber wie gesagt, dieses Mal war alles anders. Ich habe nach meinem Namen gefragt und die Kinder wussten ihn! Es war echt ein tolles Gefühl, als die Kinder dann 'FRAUKE' geschrien haben! Echt cool, dass die Kids mal meinen Namen konnten und noch dazu Tims nicht :D

Ich bringe den Mädels Ente Ente Gans bei


                                                                           Who's scared of the Lion?




                                                                                   Rocks and River
 

Abends waren wir im Sanooks essen. Eine riesige Pizza mit soooo viel Belag für umgerechnet nicht mal 4€.  Montag habe ich abends für umgerechnet nicht mal 2,50 € gegessen. Und Tap Water gibt es immer umsonst. Sollte es in Deutschland auch mal geben. Ich denke, dass wir hier öfter essen gehen werden :)

Der Rückwärtsgang des Corsas funktioniert nicht immer, weswegen wir dann öfter mal beim Ausparken schieben müssen. Allgemein funktionieren die Gänge des Autos nicht so richtig, was bedeutet, dass wir hier das Anfahren im dritten Gang trainieren.

Heute Morgen (Freitag, 02.09.16) habe ich wie jeden Morgen das Gate aufgeschlossen und wollte schon fast mit dem 8Seater losfahren, als mir aufgefallen ist, dass die Heckscheibe total zersplittert ist. Das Gate war definitiv abgeschlossen und das Auto auch. Unser ganzes Grundstück ist neben dem normalen Zaun auch noch mit einem elektrischen umgeben. Nur an der Stelle, wo man das Gate aufziehen muss, ist eine kleine Lücke in dem elektrischen Zaun. Diese müssen die Täter genutzt haben, um dann mit einem langen Gegenstand die Heckscheibe zu zerstören. Wer macht denn sowas? Wie kann man denn mutwillig etwas zerstören? Ich verstehe diesen Vandalismus nicht. Diese Aktion hatte zur Folge, dass wir alle heute nicht zur Arbeit, zu den Schulen fahren konnten. Johanna brauchte ein Auto, weil sie mit einigen Kindern aus der Preschool in den Lion Park gefahren ist. Mit dem 8Seater kann man definitiv nicht mehr fahren. Joe und ich haben Brett informiert und die Security kam dann auch noch. Mal gucken, wie lange das noch dauert, bis der 8Seater wieder fahrtauglich ist. Hoffentlich schnell, damit wir Montag wieder zu Schule und zu den Projekten kommen.

Julian ist Donnerstag nach Hause gefahren aus verschiedenen persönlichen Gründen...
Aber heute (02.09.16), haben wir Celine vom Flughafen abgeholt. Weil sie nachgerückt ist und somit erst später erfahren hat, dass sie nach Südafrika fliegt, wurde ihr Flug später gebucht. Jetzt ist unsere 3er WG komplett. Wir wohnen einfach mal zu dritt in diesem riesigen Haus.