Donnerstag, 20. Oktober 2016

Just a normal day at Floradale


Wie jeden Tag habe ich auch heute Morgen Tim abgeholt und wir sind zur Floradale gefahren. Die erste Sportstunde mit der 1d konnten wir noch machen, jedoch kamen die dunklen Wolken immer näher. Gegen Ende des Sportunterrichts zog es sich richtig zu, es wurde dunkel und überall waren Blitze zu sehen. Bei Gewitter auf einem Sportplatz der höchste Punkt zu sein, erschien uns dann doch nicht so sinnvoll und wir gingen zurück zu Schule. Dann hat es richtig angefangen regnen. Nicht nur ein bisschen, sondern so viel, dass binnen weniger Minuten der komplette Schulhof überschwemmt war. Es gibt keine Gullies, wo das Wasser hätte abfließen können und somit stand das Wasser überall bestimmt 20cm hoch. Wir haben die Klassen, die wir heute noch gehabt hätten, informiert, dass wegen des Wetters heute kein Sport mehr stattfinden kann. 
 
Als wir dann zum Corsa gesprintet sind, mussten wir feststellen, dass wir nicht rausfahren konnten, weil ein großes weißes Auto den Weg versperrte. Na super, bei Dauerregen und Gewitter, auch noch den Besitzer des Autos finden. Ich habe mich dazu bereit erklärt, dies zu übernehmen, während Tim im Trockenen wartet. Im Office konnte mir keiner weiterhelfen, sie sagten mir nur, dass ich hinrein kommen solle, weil es regnen würde. Der Regen war das Gesprächsthema und die Personen im Office liefen wild durcheinander. Weiter ging die Suche. Weil das Auto ungewöhnlich groß war, kam ich auf die Idee, dass es den Zahnärzten gehören könnte, die heute bei Grade 1 waren. Die Lehrerin, die gerade ihre Schüler dazu brachte, der Zahnärztin zuzuhören meine, es gehöre der Lehrerin der 3b. Also bin ich da hin und natürlich war es nicht ihr Auto. Ich bin dann zu der nächsten Klasse, wo die beiden Zahnärzte (Ich glaube es waren Zahnärzte, oder zumindest zwei Frauen, die den Kindern etwas über Zähne und Zahnreinigung erzählt haben) waren und habe sie direkt persönlich auf das Auto angesprochen. Das hätte ich im Nachhinein auch vorher schon machen sollen, denn es war ihr Auto! Jaaaa, nach gefühlt einer Stunde Suchen im Dauerregen, sprich, ich war pitsch nass, habe ich den Besitzer gefunden! Die Frau sagte mir auch, dass es regnen würde und drückte mir sofort ihren Autoschlüssel in die Hand. Ich selbst hätte mir niemals zugetraut, so ein riesen Auto zu fahren. Wie gut, dass mir so viel Vertrauen von jemandem entgegengebracht wird, mit dem ich mich gerade mal eine Minute unterhalten habe. Tim hat dann die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen und das große Gefährt aus dem Gate gefahren, sodass wir in der Lage waren auszuparken. Ich habe schnell den Schlüssel zurückgebracht und wir konnten endlich nach Hause fahren. Es war im Nachhinein echt lustig, dass wir gerade an einem so regnerischen Tag eingeparkt wurden. Wir hatten heute Vormittag durch diese Aktion ziemlich viel Spaß und haben die chaotische Situation mit Humor genommen. So ist das eben an der Floradale, man weiß nie, was einen erwartet. 

Das war mein heutiger Vormittag. Ansonsten waren wir letzten Samstag beim Color Run in East London. Das war ein richtig schöner Nachmittag! Die Kinder aus dem Kinderheim, wo Johanna und Celine arbeiten, haben wir mitgenommen. Der „Run“ war eher ein gemütliches Spazierengehen, aber dennoch total cool. Noch nie zuvor habe ich einen Spaziergang mit so vielen Menschen gemacht, echt eine tolle Erfahrung! Es gab fünf verschiedene Stationen, wo wir mit Farbe beworfen wurden, sodass wir am Ende schön bunt waren. 


vorher

während

nachher


Der Pool, der circa 10 Gehminuten von unserem Haus entfernt ist, hat seit Oktober offen! Die Saison hat begonnen und ich habe mir gleich eine Saisonkarte gekauft. Nachdem ich dort einmal schwimmen war, hat mich ein Coach angesprochen und wir kamen ins Gespräch. Joe, der Coach, ist 73 Jahre alt und ist JEDEN Tag von 6 Uhr morgens (Pool öffnet) bis 18:30 Uhr (Pool schließt) im Schwimmbad. Okay, zugegeben, er ist nicht jeden Tag da, sonntags kommt er nicht, aber sonst wirklich immer. Er trainiert mich von nun an und ich habe persönliches Einzeltraining wann immer ich möchte. Joe hatte, als er 20 war, für 100S und 200S die Olympiaqualifikation und ist im Alter oft die Master Championships mitgeschwommen. Er hat wirklich viel Erfahrung und ich bin sooo froh, ihn getroffen zu haben. Wenn ich nun mal ein bisschen Zeit zwischen den Projekten übrig habe, bin ich im Pool zu finden. Ich finde es wirklich erstaunlich, dass immer so wenige Menschen im Schwimmbad sind. Oft kann ich mir einen der vier Pool aussuchen, in dem ich trainieren möchte, weil einfach kein anderer da ist. Wobei Joe mich nur in den beiden Waterpolo Pools schwimmen lässt (eine Bahn ist 33m), denn letztes Jahr hätten einige, die den 50m Pool benutzt hatten, Zahnprobleme gehabt. Der Pool wurde wohl renoviert und während der Bauarbeiten ist Zement ins Wasser gelangt. Momentan ist der 50m Pool zwar offen, doch es finden immer noch Bauarbeiten statt. Ja, es werden Fliesen mit Zement an den Außenwänden befestigt, während der Pool von Schwimmern genutzt wird. Ich bin nun doch ganz froh, dass ich in einem der beiden Waterpolo Pools trainiere (den ich ja meist für mich alleine habe). Ihr glaubt gar nicht, wie glücklich ich bin, dass nun endlich wieder trainieren kann! Auch, wenn ich alleine trainiere, treffe ich dann doch immer noch andere Schwimmer, denen Joe mich dann vorstellt und manchmal kommt es sogar vor, dass er mehrere gleichzeitig trainiert. Denn wer kommt, der kommt; Joe ist immer da. 

Gestern war ich wieder mit meiner Floradale Schwimmgruppe an der Merryfield schwimmen. Danach sagte eine aus Grade 3a zu mir „Frauke heute war ein schöner Tag, denn heute war Schwimmen.“ Ich habe mich richtig gefreut, das gesagt zu bekommen, denn so weiß ich, wofür ich das mache. Ein „dankeschön“ kann so viel bewirken. Die Kids freuen sich, dass jemand Zeit mit ihnen verbringt und mir macht der Schwimmunterricht ja auch Spaß. 

Und beim Sportunterricht sieht es so aus, dass wir nun allen 3ten Klassen Brennball und allen 2ten "Ente Ente Gans" beigebracht haben. Somit haben wir den Horizont an Spielen ein wenig erweitert.


Fireball mit der 3a (es sind nur so wenige, weil diese eine Lehrerin nur diejenigen, die Sportklamotten dabei haben, auf das Field lässt)


So, das war’s erstmal von mir. Es ist gar nicht wirklich viel passiert in letzter Zeit, doch von diesen chaotischen Schultag von heute Morgen, wollte ich euch erzählen. Und das ist wirklich so, es kommt nicht ein Tag vor, an dem alles nach Plan läuft und wir alle Klassen mit zum Field nehmen können. Immer ist irgendetwas und dadurch wird unser Tag schön abwechslungsreich gestaltet. Ich habe mittlerweile unsere chaotische Schule schon richtig ins Herz geschlossen und freue mich stets auf den nächsten Tag, weil ich nie weiß, was mich erwarten wird.

Wieder etwas Unerwartetes: Dienstag waren auf einmal zwei Reihen, Männer und Frauen, auf dem Field während wir Sportgemacht haben. Die Regierung hat Arbeit verteilt. Wir haben dann am Rand Sport.
 

Sonntag, 9. Oktober 2016

Von Coffe Bay nach Bulungula

Diese Woche waren Schulferien und wir haben die freie Zeit genutzt, um an die Wild Coast zu fahren. Doch am Tag bevor unser Urlaub begann, mussten wir erst einmal umziehen, denn das Haus, in dem wir gewohnt haben, wird renoviert. Im Garten unseres alten Hauses wird zudem noch ein neues Haus gebaut. Der Plan sieht so aus, dass alle Freiwilligen aus East London auf diesem Grundstück zusammen wohnen werden, und das schon am 1. Dezember! Ich bin gespannt, wann wir wirklich einziehen werden.

Samstag ging es dann jedenfalls los nach Coffee Bay, wo wir nach vier Stunden Fahrt angekommen sind. Glücklicherweise haben wir immer rechtzeitig bremsen können, wenn mal wieder Kühe, Ziegen oder andere Tiere die Straße überquert haben. Deswegen ist es auch besonders wichtig, dass man bei Tageslicht unterwegs ist.

Die Landschaft ist wirklich traumhaft, total grün, neben den Hügeln direkt das Meer. Übernachtet haben wir alle im Haus der vier Freiwilligen, die in Coffee Bay wohnen, zwei Rondavels, die miteinander verbunden sind. Diese runden Hütten sind typisch für die Gegend und sind dort überall zu sehen. 

Das Haus von Rosa, Johanna, Matthes und Leon in Coffee Bay

Die typischen Rondavels





Meistens sind die Häuser in diesem grün angestrichen

Einen Nachmittag sind wir mit dem Bakkie zum Mapuzi River gefahren und haben dort gebraait. So einen Bakkie braucht man hier auch, denn sobald man nach Coffee Bay kommt, gibt es keine asphaltierte Straße mehr, sondern nur noch Schotterwege mit riesigen Schlaglöchern. 
 
Mapuzi River

Auf einem Hügel beim River

Am Mapuzi River







Überall Kühe








Die Kühe laufen durch den Mapuzi River


















Mit dem Bakkie fahren wir wieder weg vom River

Der Bakkie schafft den Berg hinauf


Der Ngcwanguba Store ist der einzige Einkaufsmarkt weit und breit, welcher sich nur 20 Minuten entfernt von Coffe Bay befindet. Die Menschen aus den umliegenden Dörfern fahren hier mit Taxen (völlig überfüllte Minibusse) hin und dies auch nicht so häufig, wie ich erfahren habe. Der „Supermarkt“ gleicht einer riesigen Lagerhalle und ist vielleicht mit einem Baumarkt vergleichbar. Riesige Regale mit XXL Mengen an Essen kann man dort kaufen.

Ngcwanguba Store


An dem Tag, wo wir zum „Hole in the Wall“ gefahren sind, hat es wirklich ununterbrochen geregnet. Etwas entfernt von diesem Loch in der Felsenwand ist ein Restaurant, wo wir zu Mittag gegessen haben. Trotz des Regens haben wir (vielleicht acht von den 18 Volunteers, die alle in den (Ferien in CB waren) uns auf den Weg zu der Stelle gemacht, wo man das Hole sehen kann. 


Im Regen machen wir uns auf den Weg zum Hole in the Wall


Letztendlich waren wir noch zu dritt, die dann wirklich bis zum Aussichtspunkt gegangen sind. Wir waren zwar pitschnass, haben aber dafür das „berühmte“ Hole in the Wall“ gesehen. 

Auch im Regen bleibt noch Zeit für ein Foto. Seht ihr das "Hole in the Wall"?


Wanderung

Der Fußmarsch kann beginnen


Mittwoch und Donnerstag sind wir von Coffee Bay nach Bulungula gewandert. Da wir keinen Guide hatten, lautete unser Motto „Wenn die Küste links von uns ist, sind wir richtig.“ Das hat auch erstaunlicherweise echt gut funktioniert. Mittwochmittag waren wir schon beim Hole in the Wall (dieses Mal natürlich zu Fuß) und haben dort an einem kleinen Fluss Pause gemacht. Die Hälfte für diesen Tag hatten wir schon geschafft. 


Die 13 Wanderer am "Hole in the Wall"

Ich weiß nicht, wie viele Berge wir hinauf und hinunter gelaufen sind, aber es waren verdammt viele. Aber wenn man oben war, hatte man wieder eine fantastische Aussicht, weswegen sich der Anstieg immer gelohnt hat. Nach der kleinen Pause ging es auch schon wieder weiter, nur leider war ein echt breiter Fluss im Weg. Mit unserem Gepäck wollen wir da nicht durchschwimmen, weswegen wir mal wieder einen Berg hinaufgelaufen sind. Ein Local hatte wohl gemerkt, dass wir ein wenig planlos waren was den Fluss betrifft und hat uns dann zu einer flachen Stelle geführt, die wir dann problemlos überqueren konnten. 

Schuhe fliegen über den Fluss

Nach dem Fluss entdeckten wir Büsche, die als Wäscheleine dienen


Nach vielen weiteren Hügeln kamen wir dann spät nachmittags in Lubanzi an, wo wir in einem Backpackers übernachtet haben. Mit drei anderen habe ich in einem Zelt geschlafen, welches sich auf einer Erhöhung befand. Der Blick aus dem Zelt war fantastisch, direkt auf das Meer gerichtet. 

Der Backpackers in Lubanzi (im Dezember soll der "richtige" Backpackers fertig gebaut sein)

Der Ausblick aus dem Zelt

Vor dem Frühstück am nächsten Morgen habe ich die ersten Sonnenstrahlen in einer Hängematte, ebenfalls mit Meerblick, genossen. Es gab frisches, selbstgebackenes Brot, was super lecker war. Gut gestärkt haben wir dann die zweite Etappe, von Lubanzi, nach Bulungula, auf uns aufgenommen. Nach einigen Hügeln (deutlich weniger, als am Vortag) und kleinen Strecken am Strand entlang, sind wir nachmittags in Bulungula angekommen. Das Haus von Mara und Felix (die beiden Freiwilligen, die in Bulungula wohnen), befindet sich oben auf einem Berg. Es ist nicht groß, aber wir alle dreizehn Wanderer sind dort untergekommen, sowie auch noch die Leute aus CB, die abends zu uns dazugestoßen sind, nachdem sie mit dem Bakkie hergefahren waren.

Das Haus der Freiwilligen in Bulungula

Der Ausblick, wenn man aus der Hütte rauskommt ist echt fantastisch, man sieht wieder das Meer und die grünen Berge und Täler daneben. 

Man macht die Tür auf und sieht das hier

Mara und Felix haben keinen Strom und kein fließend Wasser im Haus; gekocht wird mit Gas. Alle zwei Wochen gehen die Leute vom Bulungula Incubator (BI, eine gemeinnützige Organisation für die Community) einkaufen und bringen Lebensmittel für die Bewohner mit. 

Bulungula

Am nächsten Tag sind wir mit dem Bakkie wieder zurück nach CB gefahren. Von CB haben wir dann mit unserem Mietwagen die Rückfahrt nach EL angetreten, wo wir dann abends müde und kaputt von der Woche angekommen sind. 

Die Landschaft an der Wild Coast ist einfach traumhaft und der Besuch war auf jeden Fall lohnenswert! Gerade durch die Wanderung hatten wir fantastische Blicke auf die unberührte Natur. Meine Eindrücke sind gar nicht in Worte zu fassen und ich glaube, die Bilder sprechen schon für sich.