Donnerstag, 19. Januar 2017

Roadtrip nach Kapstadt

Nachdem das Ferienprogramm im Kinderheim zu Ende war, ging es auch schon los auf den Roadtrip. Insgesamt waren wir über drei Wochen unterwegs und haben eine Menge gesehen!
Auf dem Hinweg nach Kapstadt sind wir die sogenannte Garden Route am Meer entlang gefahren und auf dem Rückweg haben wir auf der Route 62 das Inland ein wenig erkundet.

Unser erster Stopp war im Tsitsikamma National Park, wo wir über lange Hängebrücken gegangen sind und eine Luftmatratzen- und Kayaktour auf dem Fluss unternommen haben. Zwischendurch habe ich mal das Wasser probiert: Während das Wasser nahe des Indischen Ozeans salzig schmeckt, ist weiter flussaufwärts Süßwasser zu finden. Außerdem sind wir im Tsitsikamma den ersten Teil des Otter Trails, hin zu einem Wasserfall, gewandert. Auf dem Rückweg (es wurde schon etwas dunkel), liefen wir leider etwas zu lange auf den Felsen am Strand entlang und verpassten den Aufstieg, den wir zuvor gegangen waren. Somit haben wir uns unseren Weg durch die Büsche gebahnt und waren heil froh, dass wir am Ende doch noch zurück auf den richtigen Weg gelangt sind. 


Tsitsikamma National Park











 



Otter Trail - Wanderung zum Wasserfall


 
Mountainbiketour - Ausblick
Nach über vier Monaten war ich das erste Mal wieder Fahrrad fahren! Wir liehen uns Mountainbikes und los ging es, hin zu einem wunderbaren Aussichtspunkt auf einer Bergkette. Es war ein tolles Gefühl, endlich mal wieder die Pedalen zu treten und ich freue mich jetzt schon, wenn ich wieder in Deutschland bin und ich mich auf mein Fahrrad setzten kann, wann immer ich möchte.









In Plettenberg, unserem nächsten Halt, waren wir auch wandern. Auf der fünf-stündigen Wanderung im Robberg Nature Reserve (am Meer entlang), haben wir Robben gehört und gesehen. Kurz bevor wir wieder am Parkplatz angelangten, haben wir noch eine kleine Abkühlung in den Wellen genossen. 

Robben


An diesem Tag haben wir nachmittags die Elephant Sanctuary besucht, wo wir mit Elefanten spazieren gegangen sind. „Spazieren gehen“ bedeutete in diesem Fall, dass die eigene Hand zu einer Schaufel geformt ist, wo der Elefant seinen Rüssel hineinlegt. Ich hatte das Gewicht des Elefanten etwas unterschätzt, denn es war ganz schön anstrengend, den Rüssel zu halten.

Spaziergang mit einem Elefanten



Nahe Mosselbay, im Botlierskop Private Game Reserve, haben wir eine Safari gemacht. Für drei Stunden saßen wir in einem Truck und fuhren durch die von Bergen gekennzeichnete Landschaft und sahen Nashörner, Zebras, Giraffen, Elefanten, Antilopen, Löwen und einiges mehr. Nach diesem tollen Erlebnis haben wir im Santos Express, ein als Backpackers umgebauter Zug, der direkt am Strand steht, übernachtet. Richtig komfortabel war es nicht, aber es war trotzdem eine schöne Erfahrung, direkt neben dem Strand in einem Zug zu übernachten. 

Botlierskop Private Gamereserve










Santos Express


Weiter ging die Reise! Im Bontebok National Park haben wir viele verschiedene Antilopenarten gesehen und waren nach einer kleinen Wanderung im Breede River schwimmen. Die Natur und der Ausblick auf die Berge waren einzigartig! Im De Hoop Nature Reserve sind wir, wie eigentlich überall, wo wir waren, wandern gewesen. Nach fast drei Stunden haben wir die erste Wegmarkierung gesehen, das war wirklich eine große Erleichterung! Wir dachten, dass man bei so einem offiziellen Park mit Karte zahlen könnte, aber: falsch gedacht! Wir kratzen unser Kleingeld zusammen und uns fehlten R20, was gerade mal 1,35€ sind. Dazu muss man sagen, dass wir über zwei Stunden die Schotterstraßen entlang gefahren sind, um zu diesem Reserve zu kommen. In der ganzen Zeit ist uns nicht ein Auto begegnet. Erst am Eingang kam uns eins entgegen und ich nutzte die Gelegenheit, um nach R20 zu fragen. Als Gegenleistung habe ich meine deutschen Spekulatius angeboten, die Mama mir geschickt hatte und die wir am nächsten Tag (24.12) essen wollten. Dank des Deals hatten wir zwar keine Weihnachtskekse mehr, aber dafür konnten wir das Nature Reserve besuchen, ohne nochmal zwei Stunden die dirt roads zurückfahren zu müssen.

Breede River im Bontebok National Park



Heilig Abend verbrachten wir in Cape Agulhas, wo sich der südlichste Punkt Afrikas befindet. It‘s the place where the two oceans meet. Denn hier treffen Indik und Atlantik aufeinander. Nach einer Weihnachtswanderung bis in den Nachmittag hinein, haben wir uns abends in der Küche des Backpackers unser eigenes Weihnachtsessen gezaubert: Tagliatelle in Zucchini-Zwiebel-Champion-Käse-Sahne Soße mit gerösteten Sonnenblumenkernen. Es war schon ein komisches, trauriges Gefühl, an Weihnachten nicht zu Hause zu sein …

Agulhas National Park - nur noch wenige Meter bis zum südlichsten Punkt Afrikas

der linke Arm im warmen Indik und der rechte im kalten Atlantik - der südlichste Punkt Afrikas


Den ersten und zweiten Weihnachtag haben wir in Hermanus verbracht. Diese Stadt hat wirklich einen besonderen Flair. Was ich wirklich genossen habe war, dass man einfach frei herumlaufen kann (was in East London nicht möglich ist). Wir sind 12km am Strand entlang gelaufen und konnten einige tolle Blicke festhalten. Die Berge im Hintergrund des Meeres haben echt etwas!

Cliff Path Walking Trail - Hermanus
Hermanus

In Bettys Bay haben wir den Harold Potter Botanical Garden besucht. An diesem Tag waren nur die Bergspitzen im Nebel zu sehen, doch das hat uns nicht davon abgehalten, zu einem Wasserfall zu wandern. Später haben wir uns am Strand von Bettys Bay noch die Pinguinenkolonie angeguckt!

Am 28. und 29. Dezember waren Celine und ich ganz verrückt. Wir haben eine zweitägige Wanderung zum Cape of Good Hope gemacht. Anfangs haben wir eine Notfallnummer bekommen, falls wir Baboons (Affen), Schlangen oder Feuer sehen. Bereits nach 20 Minuten sind wir an einer ganzen Herde Baboons vorbeigekommen und kurze Zeit später lief mir eine Schlange direkt über den Weg. Aber hey, wir hätten ja die Notfallnummer wählen können! Eine ganze Herde von Bonteboks ist an uns vorbeigeprescht, was wirklich beeindruckend war. Außerdem sind uns einige Schildkröten über den Weg gelaufen. An diesem ersten Tag waren wir über 10 Stunden / 25km unterwegs und kamen etwas erschöpft am Cape of Good Hope an, wo wir wie alle Besucher ein Erinnerungsfoto gemacht haben. Bevor wir in unserer Hütte müde ins Bett fielen, sind Baboons in die Küche eingedrungen und haben nach Essen gesucht. Einer anderen Wanderin haben sie ihre Schokolade geklaut. Wir hatten etwas Angst vor den Tieren und konnten zeitweilig unsere Hütte nicht verlassen, weil die Affen direkt davor saßen. Am nächsten Morgen ging’s weiter. Das zweite Stück war glücklicherweise kürzer als das erste, sodass wir am frühen Nachmittag das Main Gate des Nationalparks erreichten. Diese insgesamt 40km waren echt anstrengend, aber es hat sich definitiv gelohnt! Wir hatten uns das Cape of Good Hope richtig verdient! Dazu fällt mir ein, dass am Cape Point ein Deutscher, der nicht wusste, dass wir auch Deutsch verstehen, zu uns gesagt hat „Also die beiden haben die Wanderung aber etwas zu ernst genommen“. Bevor ich überhaupt realisiert hatte, dass wir gemeint waren und ich etwas kontern konnte, war er schon weg. Schon klar, dass man völlig bepackt ist und fertig aussieht, wenn man schon 10 Stunden gewandert ist und nicht bequem, wie alle anderen, mit dem Auto hinunter fährt und nur die 20 Minuten vom Cape Point zum Cape of Good Hope wandert. Im Nachhinein darüber aufregen bringt auch nichts. Wir wissen ja, was wir geleistet haben!


nach über 10 Stunden endlich am Cape of Good Hope angelangt


Danach haben wir uns am besagten Boulders Beach die Pinguinenkolonie angeguckt, welche mir noch besser gefallen hat, als die in Bettys Bay. Wir konnten sogar sehen, wie die Pinguine ihre Eier ausbrüten.

Pinguine am Boulders Beach

Heimat einer Brillenpinguin-Kolonie


Dann, in Kapstadt selber, haben wir die anderen East London-Freiwilligen getroffen. Wir durften alle bei Freunden von Joe in Hout Bay wohnen. Die anderen wollten am dem Tag, nachdem Celine und ich gerade 40km hinter uns hatten, auf den Tafelberg wandern. Wir dachten uns, warum nicht (?!) und sind dann zusammen mit den anderen in der Mittagshitze den Berg hinauf. Coffee Bay und Bulungula waren auch am Start. Ich glaube, es lag an der Hitze und an meinem Muskelkater der vergangenen Tage, weswegen ich die Wanderung als so anstrengend empfunden habe. Aber nach zwei Stunden war es geschafft, wir waren oben, auf 1085m Höhe (und haben nicht, wie andere, über 3h unten an der Seilbahnstation angestanden, um auf den Tafelberg zu gelangen). Wir hatten richtig Glück, denn die Sicht war top! Wir konnten ganz Kapstadt überblicken und hatten eine fantastische Sicht auf die Bucht, den Lions Head, den Signal Hill und und und … Der Weg hinunter war deutlich angenehmer, was auch daran liegen mag, dass es kühler geworden war. 
 
der Ausblick vom Tafelberg

die Seilbahn, die wir natürlich nicht benutzt haben / oben links der Lions Head, rechts daneben der Signal Hill

die vier East London Mädels auf dem Tafelberg

Den letzten Tag des Jahres haben wir mit allen 34 Südafrika Freiwilligen gefeiert. Und zwar am Lagoon Beach, von wo aus wir einen tollen Blick auf Kapstadt und den Tafelberg hatten. Private Feuerwerke sind verboten, weswegen es ein 8-minütiges, öffentliches Feuerwerk an der Waterfront gab. Von dem Strand aus, wo wir waren, war das Feuerwerk nur leider sehr klein zu sehen …

An Neujahr sind wir den Lions Head hinaufgewandert und hatten einen gigantischen Blick auf den Tafelberg und Cape Town. Die Sicht war noch besser als die, die wir auf dem Tafelberg hatten! Wenn man auf dem Tafelberg steht, ist es wie, als würde man auf dem Eifelturm stehen: Man bekommt tolle Bilder von der Aussicht, die man hat, aber eben nicht von dem „Objekt“ auf dem man sich befindet. Deswegen war die Wanderung auf den Lions Head echt gut, um ein Foto vom Tafelberg zu machen :D

tadaaaa: Kapstadt

oben auf dem Lions Head angelangt

Celine und ich

Kopfsprung nach Cape Town

auf der Spitze des Lions Head - was für eine Sicht auf den Tafelberg!

Abends haben wir mit Coffe Bay und Bulungula am Blouberg Beach, im Blue Peter, eine fantastische Käse-Knoblauch Pizza gegessen und uns den Sonnenuntergang am Strand angeguckt.

Blick auf den Tafelberg vom Blouberg Beach

Sonnenuntergang am Blouberg Beach

 
Nachdem wir uns am 2. Januar den traditionellen Karneval in Kapstadts Innenstadt angeguckt haben, fuhren wir abends zu viert auf den Signal Hill, um uns von dort auch nochmal den Sonnenuntergang anzugucken. Diese Idee hatten mehrere, aber es war dennoch total schön.

Am letzten Tag in Cape Town waren wir in einem der besten botanischen Gärten der Welt, dem Kirstenbosch Botanical Garden. Ehrlich gesagt, wäre ich ohne die Führung ziemlich aufgeschmissen gewesen. 

Zurück nach East London ging es durch die Winelands. In Franschhoek übernachteten wir inmitten von Weingütern. In der Umgebung von Robertson haben wir ein Weingut, eine Oliven- und eine Lavendelfarm besucht. Es war echt interessant zu erfahren, wie Wein, Olivenöl und Lavendelprodukte hergestellt werden. Nachdem wir in Oudtshoorn die Cango Caves besichtigt hatten, ging es auch schon wieder zurück nach Hause. Nach 24 Tagen Roadtrip war ich ganz schön kaputt und froh, dass ich noch drei Tage hatte, um mich vom Urlaub zu erholen.

Weingut in Franschhoek

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